Negrophobie

Grundsätzliches zum Rassismus gegen schwarze Menschen

Vortrag und Diskussion mit Dennis Schnittler

Die stereotypen Ressentiments, die viele weiße Menschen gegen schwarze Menschen hegen und das Phänomen des anhaltenden, weit verbreiteten Rassismus überhaupt werden heutzutage primär soziologisch und psychologisch gedeutet. In den Vorstellungen, auch linker Antirassistinnen und Antirassisten, erscheint der Rassismus immer wieder als eine Art ‚toxischer Volksglaube’, als bloße Herrschaftsideologie, die mit engagierter Aufklärung und staatlichen Antidiskriminierungsmaßnahmen aus der Welt geschafft werden könnte. Dass dies so nicht funktionieren kann, zeigen die diversen, rassistisch motivierten Angriffe, z.B. gegen geflüchtete Menschen. Es reicht jedoch nicht aus, die traurige Don Quijoterie vieler bürgerlich-antirassistischer und linksradikaler Kampagnen zu bejammern und den mangelhaften Interpretationen des Phänomens zu widersprechen. Was zu bewerkstelligen wäre, ist zuvorderst eine materialistische und historische Untersuchung des negrophoben, bzw. rassistischen Syndroms, das über alle gesellschaftlichen Entwicklungen hinweg, in allen „zivilisierten“ Ländern des Westens, mindestens in den letzten 150 Jahren, in seinem Charakter weitgehend gleich geblieben ist.

Dabei sind zwei Fragen zentral:

1. Warum hat der Rassismus gegen Schwarze seine grundsätzlichen Wesenszüge beibehalten, obwohl sich die kapitalistische Gesellschaft immer wieder verändert hat und Schwarze inzwischen alle Rechte innehaben und nahezu alle Bastionen erobert haben, die zuvor häufig nur Weißen vorbehalten blieben?

2. Aus was besteht der gesellschaftliche Nährboden, aus dem sich die rassistisch-stereotypen Denkweisen speisen, die sich immer wieder (v.A. in Zeiten der persönlich erlebten, gesellschaftlichen Krise) zum mörderischen Hass aufpeitschen?

Dennis Schnittler ist Autor gesellschaftskritischer Texte und Vorträge. Er unterhält den Blog Marias First: https://mariasfirst.wordpress.com. Zuletzt beschäftigte er sich mit Verschwörungstheorien. Der Vortrag umfasst einen ökonomischen, einen psychoanalytischen und einen politischen Teil und dauert circa 90 Minuten.

Triggerwarnung/FSK: Der Vortrag enthält die Darstellung drastischer rassistischer und sexueller Gewalt und die Nennung diverser rassistischer Begriffe in Wort und Bild und ist deswegen nur für erwachsene Menschen ab dem 18. Lebensjahr geeignet.

Datum: 26.11.2019 | 19 Uhr

Ort: Raum +1/0030 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bündnis gegen Antisemitismus Marburg statt.

Antirassismus als Weltanschauung – eine Kritik

Vortrag und Diskussion mit Ingo Elbe

Antirassistische Theoriebildung sollte den Anspruch haben, ein ebenso verbreitetes wie vielgestaltiges Herrschaftsphänomen zu analysieren und Möglichkeiten seiner Abschaffung aufzuzeigen. Es stellt sich – und zwar bei führenden Vertreterinnen und Vertretern des Antirassismus weltweit – allerdings heraus, dass Antirassismus zur Weltanschauung mutiert ist, die partiell gültige Aussagen unzulässig verallgemeinert, empirische Analysen durch starre Theorieschablonen ersetzt, inkonsistente, machtreduktionistische und kulturrelativistische Erkenntnistheorien zugrunde legt und über weite Strecken von volkspädagogischen Absichten und politischen Ressentiments geleitet wird. So gehören vor allem die Dethematisierung des politischen Islams und die antizionistische Agitation gegen Israel inzwischen zum guten Ton vieler antirassistischer Theoretikerinnen und Theoretiker sowie Aktivistinnen und Aktivisten.
Der Vortrag gibt einen Überblick über Faktoren, die das wichtige Anliegen einer Analyse rassistischer Herrschaftsmechanismen in eine starre Weltanschauung verwandelt haben.

Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. Letzte Publikationen u.a.: Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt. Würzburg 2015; „Die postmoderne Querfront. Anmerkungen zu Chantal Mouffes Theorie des Politischen.“ In: sans phrase. Zeitschrift für Ideologiekritik, Heft 12/2018. Alphabet und Antisemitismus. Rezension zu Michael Blume, Warum der Antisemitismus uns alle bedroht. In: mena-watch. Der unabhängige Nahost-Thinktank, 17.05.2019. Als Mitherausgeber: Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie. Band 5, Heft 1/2018: Schwerpunkt: Antirassismus und Antiimperialismus. Online-Texte unter: www.rote-ruhr-uni.com

Datum: 12.11.2019 | 19 Uhr

Ort: Raum +1/0120 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bündnis gegen Antisemitismus Marburg statt.

Zweites Offenes Treffen der Linken Fachschaft

Wir laden euch zum Offenen Treffen der Linken Fachschaft ein. Hier stellen wir unsere vielfältige Arbeit vor. Bisher sind wir in unterschiedlichen Gremien vertreten und organisieren Vorträge sowie Workshops. Außerdem strengen wir eine Diskussion innerhalb der Universität und Studierendenschaft zum Umgang mit reaktionären Ideologien wie Rassismus, Sexismus und Antisemitismus an.
In lockerer Atmosphäre bieten wir euch die Möglichkeit, uns kennen zu lernen und Fragen zu unserer bisherigen und zukünftigen Aktivitäten zu stellen.
Wir repräsentieren linke Studierende aus allen Studiengängen des Fachbereichs 03, aber selbstverständlich seid ihr auch willkommen, wenn ihr etwas anderes studiert.
Gemeinsam mit euch wollen wir diskutieren, was in der nächsten Zeit noch so alles an der Uni möglich ist.

Datum: 26. Juni | 18 Uhr

Ort: 09C12 Philosophische Fakultät Wilhelm-Röpke-Straße 6

„Ist der Ruf erst ruiniert…“

Die Deutsche Burschenschaft in der völkisch-autoritären Sammlungsbewegung

Vortrag mit Ina Pallinger

Noch vor gut zehn Jahren drohte die Deutsche Burschenschaft in der politischen Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Mit dem Einzug der AfD in die Parlamente jedoch ergaben sich für die elitären und nationalistischen Studenten neue Karriereoptionen. Ein Blick auf die Entwicklung des aktuellen Rechtstrends zeigt: die Burschenschafter haben dabei an wichtigen Stellen mitgewirkt.
Der Vortrag zeigt auf, warum die Verbinder strukturell und historisch für die rechte Sammlungsbewegung relevant sind und an welchen Stellen sie zu finden sind.“

Datum: 18. Juni | 18 Uhr

Ort: Raum +1/0030 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den Falken Marburg statt.

Offenes Treffen der Linken Fachschaft

Wir laden euch zum Offenen Treffen der Linken Fachschaft ein. Hier stellen wir unsere vielfältige Arbeit vor. Bisher sind wir in unterschiedlichen Gremien vertreten und organisieren Vorträge sowie Workshops. Außerdem strengen wir eine Diskussion innerhalb der Universität und Studierendenschaft zum Umgang mit reaktionären Ideologien wie Rassismus, Sexismus und Antisemitismus an.
In lockerer Atmosphäre bieten wir euch die Möglichkeit, uns kennen zu lernen und Fragen zu unserer bisherigen und zukünftigen Aktivitäten zu stellen.
Wir repräsentieren linke Studierende aus allen Studiengängen des Fachbereichs 03, aber selbstverständlich seid ihr auch willkommen, wenn ihr etwas anderes studiert.
Gemeinsam mit euch wollen wir diskutieren, was in der nächsten Zeit noch so alles an der Uni möglich ist.

Datum: 5. Juni | 18 Uhr

Ort: 09C12 Philosophische Fakultät Wilhelm-Röpke-Straße 6