Kapitalismus und Geschlechterverhältnis

Vortrag und Diskussion mit Roswitha Scholz

Schon seit Mitte der 2000er Jahre lässt sich eine Marx-Renaissance beobachten. Nach dem cultural turn treten nun wieder „materielle“ Aspekte in den Vordergrund. Jedoch sind marxo-feministische Konzepte rar, die jenseits traditioneller Marxismen nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und den neuen Krisenentwicklungen im Kapitalismus Neuland betreten. In dem Referat wird thesenhaft die Wert-Abspaltungstheorie vorgestellt, die einer neuen Qualität des kapitalistischen Patriarchats Rechnung tragen will und dabei auch die kulturell-symbolische Ebene einzubeziehen versucht.

Datum: 6. Dezember 2018

Uhrzeit: 19 Uhr

Ort: Raum 00/0080 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

Organisiert wird der Vortrag von der Gruppe streit_wagen in Kooperation mit der Linken Fachschaft 03.

Workshop zu „Kritische Männlichkeit“

In der Kritischen Männerforschung werden die gesellschaftlichen Prozesse hinterfragt, die die individuelle Entwicklung von Männern* beeinflussen. Von diesem Punkt aus soll geklärt werden, was Männlichkeit eigentlich ist und wie ich kritisch mit meiner Männlichkeit umgehen kann. Dafür soll gemeinsam über das eigene Verhalten und die geschlechtsspezifische Sozialisation reflektiert werden, um individuell zu bestimmen, wo man steht. Hieraus sollen Strategien entwickelt werden, wie damit verantwortungsvoll umgegangen werden kann. Für die Teilnahme ist kein Vorwissen nötig.

Open to all-gender.

Da die Teilnehmer*innenzahl begrenzt ist, meldet euch bitte unter
folgender E-Mailadresse verbindlich an: linkefachschaft03@riseup.net

Dienstag, 04.09.2018, 10-16 Uhr

Islamistische Strukturen in Marburg

Islamismus in seinen verschiedenen Spielarten stellt eine Herausforderung für die freie Gesellschaft dar.

Islamistische Organisationen, die sich unterhalb des gewaltbereiten Extremismus bewegen, tarnen sich als Kulturvereine, Integrationsprojekte oder Deradikalisierungsprogramme. Die Strategie dieser meist legal und friedlich agierenden Organisationen ist es, sich als „moderater“ Islam anzubieten und so den Bedarf nach Dialogpartnern zu stillen. Im Hintergrund werden jedoch langfristig ganz eigene, nicht selten verfassungsfeindliche Ziele verfolgt und reaktionäre bzw. totalitäre Haltungen vertreten. Solche Haltungen finden sich auch bei bereits etablierten Strukturen in den hiesigen Kommunen, ohne dass dies ausreichend gesellschaftlich wahrgenommen und diskutiert würde. Grund ist eine Doppelstrategie, die die Ideologie zur Mehrheitsgesellschaft hin verdeckt.

Der Vortrag liefert eine Übersicht über Stärke und Struktur der regionalen islamistischen Szene. Einzelne Beispiele verdeutlichen auf pointierte Weise die Bedeutung der Verbreitung von Wissen über islamistische Strategien auch für Dörfer und Kleinstädte und die Notwendigkeit, sich diesen entgegenzustellen.

Sigrid Hermann-Marschall ist SPD-Mitglied und Expertin für islamistische Strukturen in Hessen. Sie bloggt regelmäßig Fotos und Materialsammlungen zum Islamismus auf ihrem Blog „Vorwärts und nicht Vergessen“, der auch in der regionalen und überregionalen Presse Anklang findet.

Der Vortrag findet in Raum 05B05 in der Philosophischen Fakultät (Wilhelm-Röpke-Straße 6, 35039 Marburg) statt. Der Raum wird ab dem Foyer ausgeschildert.

Die Veranstalter behalten es sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Organisiert von der Linken Fachschaft 03, dem Bündnis gegen Antisemitismus Marburg und dem Offenen Antifa Treffen Marburg.

CNMS Mitarbeiter*innen missbrauchen Machtposition

Die Aktive Fachschaft Politikwissenschaften hatte geplant am 28. Juni einen Vortrag mit Sigrid Hermann-Marschall zum Thema „Islamistische Strukturen in Marburg“ durchzuführen. Dies wurde jedoch durch Druck von Dozent*innen des Centrums für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS) verhindert.
Die Mitglieder der Fachschaft wurden nicht während ihrer öffentlichen Plenumszeit oder bei einem per Mail vereinbarten Treffen auf die Veranstaltung angesprochen, sondern informell während eines Seminars. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des CNMS versuchte in der Pause seines Seminars die Referentinnenauswahl der Fachschaft zu diskreditieren. Sigrid Hermann-Marschall, die seit Jahren einen Blog zu islamistischen Strukturen betreibt, sei für so einen Vortrag nicht qualifiziert. Hintergrund dürfte sein, dass Hermann-Marschall auf ihrem Blog immer wieder die Verbindungen von Marburger Universitätsangehörigen zu Moscheegemeinden mit problematischen Inhalten benennt. Der Mitarbeiter meinte der Fachschaft drohe viel Unruhe von Seiten des CNMS und gerade der Professor*innen. Implizit wurde damit angedeutet, dass Professor*innen die Mitglieder der Fachschaft benachteiligen könnten.
Teile des CNMS nutzen so ihre Machtposition innerhalb der Universität aus um ihnen unangenehme Positionen zu verdrängen. Die Powifachschaft gab dem Druck aus dem CNMS nach und sagte die Veranstaltung ab.
Wir als Linke Fachschaft verurteilen diese Einmischung von Dozent*innen in Arbeit der studentischen Selbstorganisation auf Schärfste. Es ist notwendig sich auch kritisch mit der Arbeit von CNMS- Professor*innen und Dozent*innen auseinanderzusetzen.

Deshalb werden wir am 5. Juli eine Ersatzveranstaltung mit Sigrid Hermann-Marschall durchführen. Der Vortrag findet in Raum 05B05 in der Philosophischen Fakultät (Wilhelm-Röpke-Straße 6, 35039 Marburg) statt. Der Raum wird ab dem Foyer ausgeschildert.

Das Havanna 8 muss bleiben

Gentrifizierung ist auch in Marburg ein Prozess, der seit Jahren über steigende Mieten Menschen und Einrichtungen verdrängt. Das Havanna 8 konnte diesem Vorgang lange widerstehen. Während seiner 33-jährigen Existenz ist es zu einem festen Bestandteil der Marburg Stadtgesellschaft geworden.
Das Havanna 8 bietet einen Raum in dem Menschen hierarchie- und diskiminierungsärmer zusammenkommen können als an vielen anderen Orten. Für viele politische und „anpolitisierte“ Menschen bietet das Havanna 8 einen ersten Anlaufspunkt um neue Menschen kennenzulernen.

Gruppen und Initiativen, die außerhalb der Universität politische Arbeit machen, haben im Havanna 8 einen festen Platz. Es ist ein Ort der politischen Bildung. Regelmäßig finden hier Vorträge und andere Veranstaltungen statt, die sich mit sonst wenig berücksichtigten Themen auseinandersetzen. Gerade in einer Universitätsstadt wie Marburg dürfen sich politische Bildung und politische Arbeit nicht auf Hörsäle begrenzen.

Die Universitätsstadt Marburg brüstet sich immer wieder eine linksalternative, tolerante Stadt zu sein. Mit der Marburger-Schule ist man besonders stolz auf eine vermeintlich kritische Tradition in der Lehre.
Eines der wenigen Kollektive in Marburg, das dem Anspruch an emanzipatorische Kritik und Praxis gerecht wird, droht nun der Gentrifizierung zum Opfer zu fallen. Das muss mit allen Mitteln verhindert werden.

SaveTheH8!

Weitere Infos über die Situation des Havanna 8 findet ihr hier.