Wissenschaftlich legitimierte Extremismusbekämpfung

Vortrag mit Maximilian Fuhrmann

Die Einteilung der politischen Landschaft in gute Demokrat_innen und böse Extremist_innen ist aus aktuellen politischen Debatten kaum wegzudenken. Sicherheitsbehörden, politische Parteien und der öffentliche Diskurs orientieren sich an diesem Deutungsmuster. Die politikwissenschaftliche Extremismusforschung, allen voran ihre Hauptprotagonisten Eckhard Jesse und Uwe Backes, haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese Unterteilung wissenschaftlich zu begründen.
Im Vortrag werden die institutionellen und definitorischen Grundlagen der Extremismusforschung in den Blick genommen. Dabei soll erstens herausgearbeitet werden, dass die Extremismusforschung als Legitimationswissenschaft der Sicherheitsbehörden fungiert. Zweitens wird gezeigt, dass dieser Forschungszweig basale Standards sozialwissenschaftlicher Theoriebildung missachtet. Auf dieser porösen Basis steht ein Koloss an Lehrstühlen, Zeitschriften, Jahrbüchern und Forschungsarbeiten, dessen wissenschaftlicher Anstrich bei genauerer Betrachtung bröckelt.

Der Referent Maximilian Fuhrmann studierte in Marburg Soziologie und promovierte an der Universität Bremen zu einer Kritik am Antiextremismus und an der wehrhaften Demokratie.

Datum: 16. Mai | 18 Uhr

Ort: Raum +1/0120 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den Falken Marburg statt.

Störungen (nicht) erlaubt

Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus an der Uni

Workshop mit Judith Goetz

Die rechtsextremen ‚Identitären‘ gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Akteur_innen des außerparlamentarischen Rechtsextremismus in Deutschland. Nicht selten kommen ihre Kader aus burschenschaftlichen oder ehemals neonazistischen Kreisen. Ihr ,Erfolgsrezept‘ liegt einerseits darin begründet, sich nach außen hin vom Nationalsozialismus abzugrenzen und so behördlicher Repression aus dem Weg zu gehen und andererseits gesellschaftlich anschlussfähige Konzepte eines modernisierten völkischen Nationalismus zu propagieren. Ein anderes zentrales Aktionsfeld der ‚Identitären‘ ist Antifeminismus und der Kampf gegen sogenannte ,Genderideologie‘. Dabei bedienen sie sich eines Straßenaktivismus, der geschickt mit Social-Media-Tools inszeniert und verbreitet wird. Immer öfter werden auch Universitäten zum Schauplatz ihrer Agitationen, in Form von Bemerkungen in Lehrveranstaltungen, Störungen selbiger oder spektakulärer Aktionen.

In einem interaktiven Workshop wollen wir einerseits ihrer Ideologie auf den Grund gehen, andererseits die Kommunikations- und Medienstratgien der Gruppe analysieren sowie abschließend Handlungsmöglichkeiten in der Konfrontation mit der Gruppierung im universitären Kontext und darüber hinaus zu erarbeiten.

Datum: 3. Mai 2019 13 bis 18 Uhr

Ort: DGB Haus Bahnhofstraße 6

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den Falken Marburg statt.

Just do it!

Veranstaltungsreihe im Sommersemester 2019

Die Universität ist keine Insel der Glückseligkeit. Prüfungsordnungen, Bafög-Amt, Dozent*innen und andere Studis können einem das Leben ganz schön schwierig machen. Doch dagegen kann man etwas tun.
Zum Beispiel sich organisieren. In unserer Veranstaltungsreihe werden wir über die Notwendigkeit und die Potentiale politischer Organisierung sprechen. Außerdem werfen wir einen genaueren Blick auf die Identitäre Bewegungen und studentische Verbindungen, die Leben und Studium in Marburg besonders unangenehm machen.
Also kommt vorbei, lernt uns kennen und diskutiert mit uns.

Die Reihe findet in Kooperation mit den Falken Marburg statt.

Die Termine sind:

„Störungen (nicht) erlaubt“ | Workshop mit Judith Goetz | 3. Mai | 13 bis 18 Uhr | Raum 02F03 Philosophische Fakultät Wilhelm-Röpke-Straße 6

„Wissenschaftlich legitimierte Extremismusbekämpfung“ | Vortrag mit Max Fuhrmann | 16. Mai | 18 Uhr | Raum +1/0120 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

„Allein machen sie dich ein“ | Vortrag mit Fabian Georgi | 21. Mai | 18 Uhr | Raum +1/0030 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

„Einmischen, aneignen, besetzen! – Was ist und wozu betreiben wir eigentlich Hochschulpolitik?“ | Diskussionsabend mit Inga Nüthen und der Linken Fachschaft | 28. Mai | 18:30 Uhr (s.t.!) | Raum +1/0030 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

Offenes Treffen der Linken Fachschaft | 5. Juni | 18 Uhr | 09C12 Philosophische Fakultät Wilhelm-Röpke-Straße 6

„Rechte Netzwerke in Marburg“ | Vortrag mit Ina Pallinger | 18. Juni | 18 Uhr | Raum +1/0030 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

Offenes Treffen der Linken Fachschaft | 26. Juni | 18 Uhr | 09C12 Philosophische Fakultät Wilhelm-Röpke-Straße 6

Gemeinsame Fahrt zum Studentischen Winterkongress

Vom 11. bis zum 13. Januar 2019 findet in Halle der Studentische Winterkongress des freien zusammenschluss von studentinnenschaften statt.
Das Thema Antisemitismus an Hochschulen wird wie folgt angekündigt: „Wir verstehen Antisemitismus in seinen verschiedenen Ausdrucksformen als ein gesamtgesellschaftliches Problem und somit auch ein Problem in den Hochschulen. Nicht nur die Boykottbewegung BDS versucht immer wieder in Hochschulen Fuß zu fassen, auch rechtsnationale Burschenschaften und antiimperialistische Gruppen pflegen ein antisemitisches Weltbild und dämonisieren den jüdischen Staat Israel. Ausgehend von dieser Feststellung soll der studentische Winterkongress eine Plattform sein, um mit Podiumsdiskussionen, Workshops und Vorträgen aus verschiedenen Perspektiven Einblicke in die Ausdrucksformen von Antisemitismus im Kontext der Hochschule geben und Möglichkeiten von Interventionen diskutieren. Außerdem sollen Gruppen und Akteure, die lokal in der Antisemitismusprävention aktiv sind, miteinander vernetzt werden.“

Das vielversprechende Programm ist hier einsehbar.

Wer gemeinsam mit uns nach Halle fahren möchte, kann sich entweder per Facebook oder per Email an uns wenden.
Falls es euch aus finanziellen Gründen nicht möglich sein sollte an dem Kongress teilzunehmen, finden wir dafür bestimmt eine Lösung.

Kapitalismus und Geschlechterverhältnis

Vortrag und Diskussion mit Roswitha Scholz

Schon seit Mitte der 2000er Jahre lässt sich eine Marx-Renaissance beobachten. Nach dem cultural turn treten nun wieder „materielle“ Aspekte in den Vordergrund. Jedoch sind marxo-feministische Konzepte rar, die jenseits traditioneller Marxismen nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und den neuen Krisenentwicklungen im Kapitalismus Neuland betreten. In dem Referat wird thesenhaft die Wert-Abspaltungstheorie vorgestellt, die einer neuen Qualität des kapitalistischen Patriarchats Rechnung tragen will und dabei auch die kulturell-symbolische Ebene einzubeziehen versucht.

Datum: 6. Dezember 2018

Uhrzeit: 19 Uhr

Ort: Raum 00/0080 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

Organisiert wird der Vortrag von der Gruppe streit_wagen in Kooperation mit der Linken Fachschaft 03.